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Expertenrat, Wächterrat und PasdaranUm islamischen Grundprinzipien zu entsprechen, wurden außer dem Amt des wilayat-e faqih zugleich mehrere in der Verfassung fixierte Kontrollorgane geschaffen: So wird das Staatsoberhaupt von einem „Expertenrat“ gewählt, der zugleich über die Konformität der Gesetze mit den Grundsätzen des Islam wacht.
Die Wahl der Wahl der Abgeordneten und die Abfassung von Gesetzen wacht ein sogenannter „Wächterrat“. Beiden Institutionen gehören ausschließlich schiitische Geistliche, Ajatollahs unterschiedlichen Ranges an.
Der „Expertenrat“, der sich gegenwärtig aus 86 schiitischen Geistlichen zusammensetzt, die alle acht Jahre gewählt werden, entstand auf Vorschlag Khomeinis unmittelbar nach dem Sieg der Revolution. Seine Aufgabe ist es, den wilayat-e faqih, d.h. das Staatsoberhaupt zu ernennen, seine Arbeit zu beurteilen und ihn gegebenenfalls abzuberufen, wenn er sich als unfähig erweisen sollte, seine Pflichten im Sinne des Islam korrekt zu erfüllen. Der Expertenrat, der seinen Sitz in der Heiligen Stadt Qom hat, führt gewöhnlich jährlich zwei Sitzungen durch. Seine Mitglieder werden für acht Jahre gewählt. Sie müssen geistliche Würden haben und vom Wächterrat bestätigt sein.
Um über die Konformität der Gesetze und der in der Konsultativversammlung, der Madjlis, gefaßten Beschlüsse mit dem Islam zu wachen, wurde ein sogenannter "Wächterrat" geschaffen. Er ist die mächtigste Kontrollinstitution des islamischen Staates und besteht aus sechs, ausschließlich älteren hochrangigen Theologen, die vom obersten religiösen Führer ernannt werden und aus sechs Juristen, die von der Judikative bestimmt werden und vom Parlament bestätigt werden müssen. Die Hälfte der Mitglieder des Wächterrates wechselt alle drei Jahre. Er wird gegenwärtig von dem Ajatollah Janati geleitet.
Der Wächterrat hat die Aufgabe, alle Gesetze die vom Parlament angenommen werden, zu überprüfen und sie zu ratifizieren. Er hat die Macht, dagegen sein Veto einzulegen, wenn sie als nicht in Übereinstimmung mit den Festlegungen der islamischen Glaubenslehre und der Verfassung stehend betrachtet werden. Nur im Falle seiner Zustimmung werden die Beschlüsse der Madjlis zum Gesetz erhoben.
Der Wächterrat überprüft auch die Kandidaten zur Wahl des Parlaments und kann Kandidaten sowohl für das Parlament, den Expertenrat aber auch für die Präsidentschaft streichen.
Auf Weisung von Khomeini wurden unmittelbar nach der Revolution im Mai 1979, Iranische Revolutionsgarden, die „Pasdaran“ aufgestellt. Sie bestehen parallel zur Armee und sind das wichtigste Machtinstrument der herrschenden shiitischen Ajatollahs. Die arabische Bezeichnung „Haerz Al Towriyeh“, wörtlich „Armee der Wächter der Revolution“, gibt diesen Charakter wesentlich genauer wieder als die aus dem Persischen stammende Bezeichnung „Pasdaran“. ( s.a. Beitrag „Die Iranischen Revolutionsgarden“ )
Außer diesen wichtigsten staatlichen Institutionen existiert ein dichtes Netz von Organisationen und Büros, die im Sinne der islamischen Verfassung, d.h. der Einheit von Islam und Staat tätig sind. Eine der wichtigsten Stützen zur Sicherung der Macht sind die "Islamischen Revolutionskomitees" (IRC), die dem Innenministerium unterstellt sind. Sie tragen letztlich die Verantwortung für die innere Sicherheit und haben insbesondere die Einhaltung der islamischen Gesetzlichkeit (Verschleierung der Frauen, Alkoholverbot, Verbot westlicher Musik und Kultur) in den Städten zu garantieren. Sie haben auch den Kampf gegen illegale oppositionelle Gruppen, anti-islamische Handlungen und gegen Drogensucht zu führen. Die Tätigkeit der Polizei beschränkt sich demgegenüber auf die Bekämpfung der üblichen Kriminalität und den Schutz von Institutionen und ausländischen Vertretungen.





