Beiträge zu Nahost und Iran

von Dr. sc. Angelika und Dr. Wolfgang Bator

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Neue Bedingungen für Waffenhandel und Kriegsführung in der Region des Nahen Osten

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Neue Bedingungen für Waffenhandel und Kriegsführung in der Region des Nahen Osten
Waffenhandel Israel - Türkei
Waffenhandel Israel - China
Waffenhandel Israel - Russland
Waffenhandel Israel - Polen
Waffenhandel Israel - Indien
Hightech und asymmetrische Kriegsführung
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Die rasante Entwicklung der High-tec Industrie in Israel befähigte das Land an dem lukrativen  Waffenhandel in der Region des Nahen Ostens und darüber hinaus teilzunehmen. Israel belieferte die Türkei, China, Indien und Polen mit Waffen.

Amerikanische Waffenlieferungen an Israel und Kooperation der Rüstungsindustrien

In der Region des Nahen und Mittleren Ostens fanden in den letzten zehn Jahren die häufigsten Kriege statt. Ungelöste und sich neu herausbildende Konflikte in der Region ließen ebenso wie die sich anbahnenden Machtverschiebungen den Bedarf an militärischen Ausrüstungen ständig wachsen. Hier sind die 10 wichtigsten Waffenkäufer der Welt angesiedelt.  Hier verfügen die Erdölexportierenden Staaten über reichlich Geldmittel  zum Ankauf moderner Militär-Geräte. Ein Hauptteil der von den USA  getätigten Waffenhilfe  ist seit Entstehung des Staates Israel in diese Region gegangen, damit die Sicherheit des jüdischen Staates  gewährleistet bleibt.


Darüber hinaus sind die USA der bedeutendste Anbieter moderner Waffensystemen bis heute geblieben. Die zunehmende antiamerikanische Stimmung in den arabischen Staaten hatte zwar eine gewisse Zurückhaltung in ihren Beziehungen zu Washington zur Folge. Das förderte die Einbeziehung weiterer Anbieter, wie Israel und China und Russland in den Waffenhandel. Doch  die dominierende Stellung der USA im Waffengeschäft  ist bis heute nicht in Frage gestellt worden.1  Die US-amerikanischen Waffenexporte,  einschließlich der Militär-Hilfe Lieferungen an Israel und Ägypten, übertreffen bei weiten die  anderer Anbieter in der Region. 2

Während der Amtszeit von George. W. Bush  erhielt Israel jährlich über 21 Milliarden US-Sicherheitshilfe. 3  Davon waren 19 Milliarden direkte militärische Hilfe die über das Foreign Military Financing Program (FMF) ging und für Waffenlieferungen verwendet wurde. Der Waffenfluss an Israel erfolgte ungeachtet der Bestimmung des "Arms Control Act", demzufolge diese Hilfe eigentlich nur für die innere Sicherheit und die legitime Selbstverteidigung des Empfängers verwendet werden durfte  aber  nicht dann, wenn es sich um die Eskalation  eines Konfliktes handelte. Entsprechende Anfragen an das Pentagon , die von Kongressabgeordneten ausgingen, wurden mit dem Hinweis auf Israels Selbstverteidigungsrecht abgewiesen, da der jüdische Staat  sich seit seiner Gründung in einer ständigen Konfliktsituation befand.
 

Für Israel war nicht nur der Erwerb moderner Waffen wichtig. 4
Israelische Firmen erwiesen sich auf Grund ihrer weit fortgeschrittenen technologischen Kapazitäten  auch als geeignete Partner für die  Zusammenarbeit mit gleichartigen amerikanischen Firmen bei der Entwicklung und Herstellung weiterer Waffensysteme für die zukünftige Kriegsführung.
Die israelischen Aerospace Industrie verhandelte jüngst mit Lockheed Martin über die gemeinsame Beteiligung an der geplanten weiteren Entwicklung des F-35  Ein-Mann Kampfflugzeuges, von denen Israel 75 Stück im Gesamtwert von 10 Milliarden US Dollar in Dienst stellen will. Dieses Kampfflugzeug wird nicht nur über besondere Kampftechniken verfügen, es wird auch für Radar unsichtbar bleiben.
Ein erfolgreicher Test des von israelischer  und amerikanischer   Rüstungsindustrie gemeinsam entwickelten "Arrow" Abwehrsystem gegen ballistische Raketen in großer Höhe wurde im April 2009 durchgeführt.

Die Obama-Administration will einen umfassenden Frieden zwischen Israel und den Palästinensern erreichen. Dieser soll Israel mehr Sicherheit geben und den Palästinensern einen eigenen Staat ermöglichen.  Dabei steht Präsident Obama vor dem schwierigen Problem die von der vorangegangenen Administration geschlossenen langfristigen finanziellen und militärischen Verträge mit Israel einer Prüfung und möglichen Reduzierung zu unterziehen. 5

Israels Hochtechnologie und Export moderner Waffen

Ungeachtet seiner begrenzten Bevölkerungszahl und des andauernden Konfliktes um seine territoriale Ausdehnung gehört Israel  zu den Staaten in der Welt deren militärische Entwicklung mit dem Ausbau seiner Produktionsmöglichkeiten Schritt gehalten hat.

Israel hat seinen Hightech Sektor in den vergangenen Jahrzehnten sowohl im zivilen wie im militärischen Bereich so weit ausgebaut,  dass der israelische Hochtechnologie-Sektor  gegenwärtig nach dem des US-Bundesstaat Kalifornien als der zweitstärkste der Welt  gilt.
Wie konnte sich diese erstaunliche Entwicklung in dem kleinen, von knapp 7 Millionen Menschen bewohnten Land vollziehen?

Nach  dem israelisch-arabischen Krieg von 1967  hatten die arabischen Staaten einen Boykott israelischer Güter ausgesprochen und Frankreich, das damals von de Gaulle regiert wurde, reagierte mit einem Waffenembargo. Beides gilt heute als die Hauptantriebskraft für die Entstehung und schnelle Ausdehnung der Hightech Industrie. 6
Ein weiterer entscheidender Impuls ging davon aus, dass Israel in der andauernden Konfliktsituation in der es sich seit seiner Gründung befand dem Militärdienst immer große Bedeutung beimessen musste. Während ihres Militärdienstes  wurde den jungen Männern und Frauen die Möglichkeit geboten sich mit modernster Technik zu beschäftigen, denn die Militärführung orientierte schon damals auf Forschung und Entwicklung moderner  Waffen. Die jungen Rekruten arbeiteten jahrelang in Gruppen an Simulatoren zur Erprobung  neuer Waffen.
Sie  hatten Gelegenheit an modernen technischen Einrichtungen Versuche zu erproben und sie lernten mit team-work umzugehen .
Viele der ehemaligen Soldaten wendeten sich tatsächlich nach Beendigung des Militärdienstes  der Informatik zu und gründeten mit Unterstützung der Regierung kleine Hightech Unternehmen.
Einen weiteren Impuls erhielt seit den 70er Jahren die Hightech Industrie in Israel als viele in der Informatik gut ausgebildete Juden aus der Sowjetunion nach Israel auswanderten
Israel konnte außerdem immer wieder von den neuesten amerikanischen technologischen Entwicklungen  profitieren die mit der Militär-und Sicherheitshilfe ins Land kamen und dort übernommen und auch weiter entwickelt wurden.
Das  alles waren  wichtige Voraussetzungen, um eine mit modernster Hochtechnologie arbeitende Militär-Industrie in Israel zu entwickeln. Heute ist Israel einer jener  Staaten  der Welt in denen die Umsetzung der Hightech Innovationen in die Produktion am weitesten fortgeschritten ist.
 Diese Entwicklung hat den israelischen Export im zivilen wie militärischen Bereich maßgeblich beeinflusst. Der Export spielte nicht nur eine entscheidende  Rolle für das Wachstum der  Wirtschaft überhaupt, sondern er stimulierte auch maßgeblich den Handel im militärischen Bereich.
Die Nachfrage nach israelischen Waffen die über hochentwickelte Hightech-Kapazitäten verfügten wuchs in den vergangenen Jahren stark  an. Die Ausrüstung der Luftwaffe, der Artillerie, der Raketen, der Panzer und der Marine sind ohne den Einsatz elektronischer Geräte der neuen Generation nicht mehr denkbar.
Auf Grund des engen Bündnisses  mit den USA haben die israelischen Militärs nicht nur Zugang zu der in den neuesten in militärischen Geräten eingebauten Hochtechnologie, sie übernahmen  auch  die Fähigkeit sie anzuwenden. Sie konnten diese Erfahrungen an ihre Waffenkunden weitergeben, was angesichts der zunehmenden Kompliziertheit der Waffensysteme von besonderem Interesse für die Käufer ist. Zu den gegenwärtigen Bewerbern  um die moderne israelische Militärtechnologie gehören außer der Türkei, auch China, Indien Polen und  Russland .

 



Zuletzt aktualisiert am Samstag, 18. Juli 2009 um 11:36 Uhr  

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